Seltsame Fehler mit dem Lenovo G50-30 Notebook

Du hast den RAM auf 16GB geschraubt und eventuell auf eine SSD erweitert. Falls Du nun versuchst das BIOS zu erreichen um Windows zu installieren, hast Du hoffentlich schon den kleinen runden Knopf gleich neben dem Stromstecker entdeckt. Wenn Du diesen kurz drückst, bevor das Notebook angeschaltet wurde bekommst Du nach wenigen Sekunden ein Menü angezeigt, das Dich definitiv weiterbringt.

Damit kommen wir zum ersten Fehler.

Wenn die Windows Installation beginnt, erscheint die Auswahl der Sprache. Genau da bewegt sich die Tastatur nicht mehr. Sie reagiert einfach nicht mehr. Keine Taste bringt man zum leuchten, die Tastatur ist eingefroren.

Die Lösung ist hier im BIOS zu finden.

Mit der Lenovo Bios-Taste, auch “Novo”-Taste genannt, kommst Du ins Boot-Menü, dann einfach “BIOS Setup” wählen. Mit den Pfeiltasten bewegst Du den Cursor auf den Karteireiter “EXIT”. Dort wählst Du bei “OS Optimized Defaults” -> “Other OS” aus (steht bestimmt noch auf Windows 7 oder 8) Dann gehst Du oben auf “Load Default Settings” und bestätigst dies mit “YES”. Als Nächstes gehst Du auf “Exit and Change Settings”. Nun startet der Rechner neu und Du kannst Windows 10 installieren!

Damit geht es zum nächsten Fehler.

Nach dem Kopieren der Installationsdaten, was vielleicht schon viel länger gedauert hat, als sonst üblich, wird der Out Of The Box Experience Prozess eingeleitet, bei dem das System erstmalig selbstständig startet und diverse Benutzerangaben abfragt, wie Sprache, Tastaturlayout, Netzwerk und später die Einrichtung des Benutzerkontos und die Angaben zum Datenschutz.

Wenn jetzt die Sprache und das Tastaturlayout ausgewählt wurde (es spielt auch keine Rolle, ob English oder Deutsch) meldet das System plötzlich einen OOBEKEYBOARD Fehler.

Im Internet steht viel Quatsch darüber, zum Beispiel, dass die USB3.0 Treiber in diesem Modus fehlen. Diese müsste man erst in ein Image bringen und dann seine eigene Windows CD erstellen. Auch mit einer externen Tastatur klappt dies nicht, die benötigt gerade einmal USB1.0. Natürlich kann man auch den anderen Tipps folgen und “überspringen” klicken. Damit kommt nun die Abfrage des Internetanschlusses und der soll garantieren, dass dann der OOBE-Fehler verschwinden soll, weil die Treiber ja nun aus dem Netz geladen werden können.

Das klappt zunächst hervorragend. Allerdings nur bis man eben alle Benutzerangaben zu Konto und Datenschutz eingegeben hat. Wenn man nicht noch vorher andere OOBE-Fehler bekommen hat, dann wird erneut die Sprache, Region und das Layout abgefragt. Dies endet wiederum in einem OOBEKEYBOARD Fehler.

Spätestens jetzt sollte Deine Geduld am Ende sein. Nimm den 16GB Speicherriegel aus dem Notebook und lege einen 8GB RAM Riegel ein. Im Übrigen funktionieren nur 8GB 1600MHz Unbuffered 1,35V Non-ECC. Siehe da, jetzt rennt das Gerät und plötzlich hörst Du auch Cortana gleich zu Beginn.

Natürlich lässt Du nun auch die OOBE-Fehler aus. Diese sind nämlich komplett verschwunden. Problem gelöst.

Jetzt solltest Du sofort ein BIOS-Upgrade durchführen. Denn so ist garantiert, das Dein Notebook auf dem neuesten Stand ist, um mit der SSD 100 Prozent umgehen zu können.

Sonst kann es nämlich passieren, dass Du nach ein paar Windows Updates plötzlich einen Bluescreen bekommst.

“UNEXPECTED_STORE_EXCEPTION” oder “CRITICAL_PROCESS_DIED” sind zwei davon. Meist wird dies begleitet von “UNMOUNTABLE_BOOT_VOLUME” und als Folge wird die SSD weder vom System noch vom BIOS erkannt.

Ersteres muss durch BIOS-Upgrade gelöst werden. Sollte es keines mehr geben, empfehle ich den Versuch mit der SSD einzustampfen und wieder eine Festplatte einzubauen. Letzteren Fehler löst man entweder durch einen Hardreset. Dazu muss man den Ladestecker entfernen, den Akku des Gerätes entnehmen oder den Anschluss vom Board abziehen. Anschließend hält man den Einschalter 15 Sekunden lang gedrückt. Kommt man nicht an den Akku oder traut sich schlicht nicht, lasst das Gerät ca. 20 min im BIOS laufen oder wartet bis der Akku leer ist.

Oder man nimmt die SSD aus dem System, startet das Notebook ohne und schaltet wieder aus. Nun könnt ihr die SSD wieder anschließen und es sollte wieder funktionieren.

Habt ihr eine Crucial-SSD, so kann es natürlich noch sein, dass diese in den SSD Panic Mode gefallen ist. Das kann passieren, wenn die Firmware der SSD durch den plötzlichen Spannungsabfall, der durch den Bluescreen ausgelöst wird, keine internen Operationen mehr beenden konnte. Dann hilft vielleicht ein Power Cycling!

Alles in Allem wurden die meisten Fehler durch einen Speicherriegel ausgelöst, der für das System einfach zu groß war. Obwohl der Hersteller zwar nur 8GB ausgibt, werden 16Gb korrekt erkannt, nur halt nicht verarbeitet.

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Anonymous im Netz – Sperren umgehen!

Ukraine - PC-Pannenhilfe

Manchmal sind die Spuren, die wir beim Surfen im Netz hinterlassen, nicht nur unerwünscht, sondern sogar lebensgefährlich, insbesondere in autoritären Staaten. Die Geschichte zeigt uns, wie auch in den aktuellen Schlagzeilen in der #Ukraine, dass es hier sinnvoll ist, anonym im Netz unterwegs zu sein.

Immer wenn ihr Euch in das Internet begebt, beginnt dies mit einer IP Adresse, die ihr aus einem Adressenpool Eures Providers für 24 Stunden zugeordnet bekommt. Diese ist weltweit nur einmal vergeben und beweist jede Eurer Aktionen. Jede Suche, wird gespeichert durch den Provider und durch Suchmaschinen, die ihr nutzt. Ebenso wird jede Webseite, die geöffnet wird, temporäre Internetdateien auf Eurem Computer und beim Provider hinterlassen. Sie werden ebenso auf jedem Proxyserver gespeichert, auf den ihr geleitet werdet, wenn Eure Backbones zu alt oder Eure Verbindung zu schlecht ist. Backbones sind Netzwerkknoten, die die Website-Anfrage über Leitungen zum Webseitenanbieter der gewünschten Webseite weiterleiten.

Als wärt ihr Hänsel und Gretel, verteilt ihr weltweit beim Surfen Spuren, wie kleine Brotkrumen.

Es gibt nun verschiedene Möglichkeiten Eure Herkunft zu verstecken oder zu verschleiern.

VPN, ein Virtuelles Privates Netzwerk, wird durch einen Dienstanbieter zur Verfügung gestellt, leitet den Internetverkehr über einen meist verschlüsselten Server und soll so die Internetnutzung im besten Fall verschleiern. Das ist die günstigste Lösung, aber nur im seltensten Fall anonym. Dazu benötigt man teure Dienste, die beim Anbieter nicht auf Euch oder Eure IP schließen können. Leider wird meist die Verbindung geloggt. Das heißt, der Anbieter speichert Verbindungen. Bei Gefahr um Leib und Leben, sind Dienst gefragt, die strikte No-Log-Policy, VPN-Kaskaden, DoubleVPN und keine Daten auf der eigenen Festplatte speichern. Zudem funktionieren die benötigten Apps nicht auf jeder Plattform.

Ihr könnt einen Proxy-Server nutzen. Das sind Server, die früher, das Internet beschleunigen sollten, durch Zwischenspeichern der Webseiten. Die Server anonymisieren die Anfrage auf eine Webseite, indem der Proxy die Website zur Verfügung stellt und eine aktuelle Version beim Webseitenbetreiber anfragt. Damit fällt zwar die Anfrage aus dem Spurenpool raus, da aber niemand den Betreiber von offenen zur Verfügung stehenden Proxys kennt, kann auch niemand für deren Seriosität garantieren. Das trifft besonders auf die Sicherheit der jeweiligen Server zu. Ein Hacker kann durch Fehler im System, leicht Webseiten auf andere umleiten und so Schadcode übertragen.

Eine andere Methode ist das TOR-Netzwerk, The Onion Routing. Der Rechner baut über drei verschiedene Knotenpunkte eine zufällige Verbindung zum Zielrechner auf, die alle 10 Minuten verändert wird. Dafür wird auf Eurem PC ein Onion-Proxy eingerichtet, der sich mit dem TOR-Netzwerk verbindet, eine Liste mit verfügbaren Servern lädt und eine zufällige Verbindung wählt. Damit basiert TOR auf einem verteilten Anonymisierungsnetzwerk mit dynamischer Routenwahl und unterscheidet sich damit von allen anderen Varianten der Anonymisierung, die alle auf statische Routen setzen.

Wir haben für Euch noch eine bessere Lösung. Diese schließt ein eigenes anonymes Betriebssystem ein. Und das alles befindet sich auf einem USB-Stick, mit dem gebootet werden kann.

Tails, The Amnesic Incognito Live System ist eines der sichersten transportablen Betriebssysteme. Es basiert auf Debian GNU / Linux. Es soll vor Verfolgung, Überwachung, Zensur, Werbung und Viren schützen.

Tails wird auf einen USB-Datenträger installiert und gestartet. Damit wird die Festplatte nicht verändert und die ersten Spuren werden nicht gelegt. Datenträger werden verschlüsselt, wie Dateien und auch eure Internetrecherche. Zu den Nutzern gehören Hacker, Journalisten und auch Geheimnisträger, wie ehemals Edward Snowden. Tails verwendet das TOR-Netzwerk und anonymisiert somit alle Aktivitäten. Es ist ein komplettes Betriebssystem mit LibreOffice, Thunderbird und anderen Apps und Tools.

Natürlich schützt auch Tails Eure Anonymität nicht, wenn man sich mit seinen eigenen bewährten Social Media-Accounts oder beim E-Mail-Account anmeldet, der den echten Namen klar zeigt.

Aber nun geht’s los. Wie erstellen wir das System?

  1. Download über https://tails.boum.org/install/download/index.de.html
  2. Überprüfung des Images auf der gleichen Seite
  3. Ein Stick mit mindestens 2 GB wird benötigt
  4. Download der App zum Erstellen des USB-Sticks über https://www.balena.io/etcher/
  5. Installation Etcher und öffnen der App
  6. Das Image von der Festplatte wählen
  7. USB-Laufwerk wählen
  8. Flashen
  9. Windows mit gedrückter Umschalttaste neu starten (Taste gedrückt halten)
  10. In den erweiterten Startoptionen das USB-Laufwerk wählen
  11. Tails wird gestartet
  12. Sprache und Tastatursprache auswählen
  13. WLAN in der rechten oberen Ecke wählen und Netzwerk auswählen
  14. TOR-Browser konfigurieren, für die sicherste Variante wird ein gmail-Account benötigt
  15. Viel Spaß beim anonymen Surfen

Bei Problemen wendet Euch gern an uns!

Hier für Euch noch das Anonyme Anti-Zensur-Paket.

#WeStandWithUkraine #ukraine

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Windows Update in die Bootschleife des Todes

Error - PC-Pannenhilfe

Normalerweise bringen Windows Updates schnellere und sichere PC-Systeme. Im aktuellen Fall von Microsofts Sicherheitsupdates mit den Paketen KB50009624 und KB5009595 für Windows-Server-Betriebssysteme und Windows 8.1, legt es diese eher lahm. Zumindest, laut einiger Berichte, werden wohl Domänen Controller mit aktuellen Sicherheitsupdates zum Neustarten gezwungen. Betroffene Systeme, sind PCs ab MS Windows Server 2012.

Die Anwendung “Lsass.exe” stürzt mit “Exception 0xc0000005” ab. Der Restart wird durch den Prozess “Wininit.exe” ausgeführt. Nach dem Neustarten beginnt alles von vorn und die Bootschleife ist da. Beim Windows Server 2019 ist das Problem mit dem Update KB5008873 ähnlich, nur dass lediglich eine Neustart-Benachrichtigung eingeblendet wird.

Die Lösung scheint zumindest die Deinstallation der beiden Updates, KB50009624 und KB009595, auf betroffenen Systemen mit Hilfe des Konsolenkommandos zu sein.

wusa /uninstall /kb:5009624 /quiet
wusa /uninstall /kb:5009595 /quiet

Bisher wurden die Updates noch nicht zurückgezogen – Also Vorsicht!

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